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Aktuelles Thema - 08/2002

Im Teufelskreis der Wirtschaftskrise

Für viele Kleinanleger bedeutet der Kurseinbruch der letzten Jahre eine private Katastrophe. Das Aktiendepot vieler Investoren hat seit der Aktientalfahrt rapide an Wert verloren. In den USA besitzt ungefähr jeder zweite Aktien. In Deutschland nur etwa jeder fünfte. Viele sehen ihre Altersvorsorge gefährdet. Je länger das Börsendebakel dauert, umso kritischer wird es.

Eine Serie von Bilanzfälschungen hat das Vertrauen der Investoren erschüttert. Dadurch ist ein Klima der Skepsis entstanden. Selbst positive Unternehmensnachrichten kommen nicht zum Tragen. Sinkt das Vertrauen, so ziehen Anleger weiteres Kapital aus den Finanzmärkten ab und die Kurse an den Weltbörsen brechen ein.

Der Zusammenhang zwischen Börse und Einzelhandel ist belegt. Sinkt der Wert des Depots, wird immer weniger konsumiert. Verliert das Aktienvermögen an Wert zeichnet sich ein Umsatzminus des Einzelhandels ab (rund 70 % des US-Wirtschaft wird vom inländischen Konsum getragen). Den Firmen versiegen zunehmend die Finanzquellen. Selbst Risikokapitalgeber und Banken halten sich bei der Kreditvergabe zurück.

Einige Firmen versuchen, in einer solch schlechten Finanzsituation mit gefälschten Bilanzen das Betriebsergebnis zu schönen. Dies führt wiederum zu sinkendem Anlegervertrauen.

Der Teufelskreis der Wirtschaftskrise hat sich geschlossen.

Teufelskreis Wirtschaftskrise

Fazit:

Parallelen zur Lage 1929 (Schwarzer Freitag an der Wallstreet) sind erkennbar. Damals hofften viele, dass neue Technologien wie Autos und Rundfunk zu einem lang anhaltenden Aufschwung führen. Ein Explodieren der Aktienkurse war die Folge.

Viele Firmen bauten Überkapazitäten auf. Auch damals wurden Bilanzen gefälscht. Die Spekulationsblase zerplatzte genauso wie die von Computer und Biotechnologie getriebene Blase der Neuzeit. Die bereinigende Wirkung für den Markt ist auch heute positiv zu bewerten. Viele Qualitätswerte werden gestärkt aus der Krise hervortreten.

Die Erfahrung zeigt zwar, dass zerstörtes Anlegervertrauen kann nur schwer wieder aufgebaut werden kann - "Aber wenn's dann wieder los geht, sind sowieso wieder alle dabei."

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