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Aktuelles Thema - 03/2001
Die Muppets Show auf dem Nemax-Kanal
Warum floss so viel Geld an Firmen,
die außer einer Idee nichts zu bieten hatten?
Wie konnte es sein, dass eine Firma wie das deutsche
Medienunternehmen EM.TV mit 284 Mitarbeitern (Ende März)
soviel Wert sein sollte wie die Lufthansa mit 66.000 Beschäftigten?
Der Vorhang der Millionenshow ist vorläufig gefallen.
Es ist wohl erstmal vorbei mit der Hoffnung vom reich werden ohne Arbeit.
Gefälschte Erfolgsmeldungen, frisierte Bilanzen und Firmenpleiten
sorgen für Empörung weltweit.
Einige Banken, Fondsmanager und Analysten haben Anleger mit
besonders kühnen Empfehlungen zum Einstieg
in eine überhitzte Börse getrieben.
Assistiert wurden sie von Dutzenden selbst ernannter Börsengurus,
die in Tippbriefen und TV-Shows ihre Empfehlungen lancieren.
Die Anleger folgten ihnen wie dem Rattenfänger von Hammeln.
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Die "EM.TV-Show" im zeitlichen Überblick
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8. Mai 2000
EM.TV erwartet für 2000 Umsatz von 1,6 Mrd DM und ein Vorsteuerergebnis (EBITDA) von 769 Mio. DM.
7. Juni 2000
EM.TV steigert Erlöse in ersten drei Monaten um 30 Prozent.
27. Juni 2000
United Labels und EM.TV schließen Vertrag über Sesamstrassen-Socken ( lol ).
1. August 2000
M.M. Warburg bestätigt EM.TV als 'Kauf'.
9. Oktober 2000
EM.TV korrigiert Halbjahreszahlen nach unten.
10. Oktober 2000
Hornblower Fischer empfiehlt EM.TV weiterhin zu akkumulieren.
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11. Oktober 2000
M.M.Warburg rät EM.TV 'Kaufen'.
Zahlenrevision nicht überbewerten.
23. Oktober2000
EM.TV-Finanzvorstand bestätigt Umsatzziele für 2000.
Man erwartet ein EBIT von 600 Mio.DM
15. November 2000
BHF Bank rät bei EM.TV zum 'Kaufen'. Aktie ist 'unterbewertet'.
1. Dezember 2000
Gewinnwarnung bei EM.TV. Das EBIT wird mit circa 50 Mio. DM sogar über 90% unter den erwarteten
525 Mio.DM liegen.
13.Dezember 2000
Merck Finck & Co stuft EM.TV erstmalig mit 'Underperformer' ein
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Chart von Comdirect.
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26. Januar 2001
EM.TV bestätigt Verstoß gegen Mindesthaltefrist.
Laut der Deutschen Börse AG stellt der Verkauf von 200.000 Aktien Mitte
Februar 2000 durch den Vorstandsvorsitzenden Thomas Haffa keinen Verstoß
gegen die Zulassungsbedingungen des Neuen Marktes dar.
26. Februar 2001
Für Uwe Schellscheidt, vom Bankhaus Trinkaus & Burkhardt ist
die EM.TV Aktie ein 'spekulativer Spielball, ein Zockerwert'.
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10. März 2001
Die Privatbank Merck Finck & Co. schätzt die Erfolgsaussichten
für eine Schadenersatzklage von Anlegern gegen
EM.TV als "verhältnismäßig gering ein".
13. März 2001
EM.TV: Verkauf der Muppets.
Das angeschlagene Medienunternehmen EM.TV & Merchandising
gab am Dienstag bekannt, dass man einen Verkauf der
amerikanischen Produktionsfirma Jim Henson in Erwägung ziehen
würde.
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... und die Folgen für die Anleger
Das Horrorszenario an der deutschen Börse hat der Schutzgemeinschaft
der Kleinaktionäre (SdK) eine Menge Arbeit verschafft.
Diese prüft zur Zeit die rechtlichen Möglichkeiten der EM.TV
geschädigten Anleger, Schadensersatzansprüche geltend zu machen.
Anleger sollten aber ihre Erwartungen schon einmal nach unten revidieren,
da den Verantwortlichen eindeutig nachgewiesen
werden muss, dass sie bewusst falsche Angaben
über die Geschäftssituation gemacht haben.
Vorsatz ließ sich in bisher vergleichbaren Verfahren jedoch
noch nie nachweisen.
Nach den Ereignissen des letzten Jahres haben Anleger
viel Lehrgeld dafür bezahlt, blind Analystenempfehlungen und
heißen Tipps gefolgt zu sein. Es hat sich aber auch gezeigt,
dass es lohnend sein kann, ein Unternehmen sorgfältig zu analysieren,
anstatt wahllos irgendwelche Werte zu kaufen.
Da kann der beste Anwalt nicht mehr helfen.
Informieren schützt vor Verlusten
Zum 1. März 2001 tritt die Regelung über meldepflichtige
Wertpapiergeschäfte in Kraft. Wertpapiergeschäfte der
Emittenten sowie deren Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder sind demnach
der Deutsche Börse AG zu melden.
Sinn dieser Regelung ist die Erhöhung der Transparenz im
Neuen Markt und damit eine Verbesserung des Anlegerschutzes.
Auf einer speziellen Webseite des Neuen Markts finden Sie die meldepflichtigen
Wertpapiergeschäfte des aktuellen Quartals.
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