Teil 3 - Handelsstrategien beim Daytrading
Wenn Sie sich mit Daytrading wirtschaftlich unabhängig machen wollen, müssen Sie sich wie bei
jeder anderen selbstständigen Tätigkeit genauestens vorbereiten.
Zu dieser Vorbereitung gehört das Ausarbeiten einer Handelsstrategie.
Stellen Sie vor Beginn des Daytrading einen Handelsplan auf.
Wählen Sie die Märkte nach ihrer individuellen Risikoneigung und Kontogröße aus.
Es gibt mehrere Bereiche, die Sie beherrschen sollten.
Marktselektion
Als erstes müssen Sie sich für einen Daytradingmarkt entscheiden.
Die beste Handelsstrategie ist nutzlos, wenn eine Order aufgrund fehlender Umsätze
an der Börse erst nach einigen Stunden ausgeführt wird. Daher muss der Markt liquide sein,
d.h. die meisten Aktien sollten ein Tagesvolumen von über 10 000 Umsätzen haben.
Des Weiteren setzt das Daytrading eine hohe Volatilität voraus, da aus kurzfristigen
Kursschwankungen Gewinne realisiert werden müssen. Je größer die Schwankungsbreite eines
Wertes an einem Tag ist, um so größer ist die Möglichkeit, profitable Trades zu erzielen.
Umgekehrt ist natürlich auch das Verlustrisiko höher.
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Moneymanagement
Für effizientes Daytrading müssen Sie vor jedem Trade entscheiden,
wie viel Sie vom vorhandenen Eigenkapital einsetzen wollen.
Steigen Sie mit 100% Ihres Kapitals in einen Wert ein, den Sie über mehrere Stunden halten möchten,
ist das Geld über den kompletten Zeitraum blockiert.
Bietet sich in dieser Zeit ein guter, kurzfristiger Trade, hätten Sie keine Möglichkeit,
diesen zu nutzen. Bei eher langfristigen Trades, sog. Position Trades,
empfiehlt es sich daher, höchstens 50% des Kapitals zu investieren.
Bei sehr kurzfristigen Trades, sog. Scalp Trades, die nur einige Minuten dauern,
können Sie dagegen durchaus mehr investieren.
Investieren Sie allerdings nicht das komplette Kapital, da Sie nie auszuschließen können,
dass sich dieser Trade doch längerfristig entwickelt.
Mehr dazu erfahren Sie in Teil 4. Varianten des Daytrading.
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Risikomanagement
Sehr wichtig für den Daytrader ist das richtige Risiko-Management,
d.h. die Frage, wie viel Ihres Kapitals Sie bereit sind, bei einem Trade zu riskieren,
also maximal zu verlieren.
Handeln nach dem "Prinzip Hoffnung" kann verheerende Auswirkungen haben.
Emotionen wie Gier, Verzweiflung, Angst oder Euphorie erzeugen irrationale Entscheidungen.
Aus psychologischen Gründen müssen Sie daher vor jedem Kauf entscheiden, bei welchem zwischenzeitlich
niedrigeren Kurs Sie den Wert wieder verkaufen.
Die meisten Onlinebroker unterstützen die direkte Eingabe dieser sog. Stop Loss Marken ("Stopps") als
Orderauftrag. Sollte der Kurs unter diesen selbst gewählten Wert fallen, wird automatisch der
Verkaufsauftrag an die Börse weitergegeben. Bei sehr volatilen Märkten dürfen Sie diese Marke nicht
zu knapp ansetzen, da sonst die Aktie zu früh verkauft wird, was zu häufigen Verlustgeschäften führt.
Stopps bieten auch die Möglichkeit, Gewinne laufen zu lassen.
Sollte eine Aktie steigen, kann allmählich der Stopp Kurs nach oben korrigiert werden.
Dadurch wird verhindert, dass Sie den Wert zu früh verkaufen und
sich dadurch mögliche Gewinne entgehen lassen.
Routine bei der Verlustbegrenzung sowie Handlung und Emotionen absolut zu kontrollieren,
sind wohl der schwierigste Teil des Daytradens.
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Zeitmanagement
Da sich niemand über die komplette Handelszeit voll konzentrieren kann,
sollten Sie sich einen individuellen Zeitplan erstellen.
Es empfiehlt sich, zu Beginn und zum Ende der Handelszeit aktiv zu werden,
da sich hier meist die interessantesten Kursbewegungen zeigen.
An deutschen Märkten, wie z.B. dem Neuen Markt, ist auch der Zeitpunkt der Handelseröffnung
der amerikanischen Börsen interessant. Hier zeigen sich Analogien, da der deutsche Markt häufig
dem amerikanischen folgt.
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Informationspolitik
Die technischen Aspekte des Daytradings, wie das Herausbilden von Strategien und Taktiken,
sind relativ leicht erlernbar. Doch was nützen Ihnen diese Techniken,
wenn Sie nicht rechtzeitig in Erfahrung bringen können, welche Aktien an welchem Tag besonders
geeignete Kaufkandidaten sind? Aus diesem Grund müssen Sie die nötigen Wirtschaftsdaten kennen
und auswerten können.
Wichtige Informationen wie Ad hoc Meldungen und News bekommen Sie im Internet.
Nur ist hier Quantität nicht gleich Qualität. Sie müssen die wichtigsten Informationsquellen kennen
und die einzelnen Informationen richtig einschätzen können.
Interessante Infos erhäten Sie auch den Online-Gesprächsforen, den sog. Brokerboards,
denn hier werden stets die aktuellsten Trends diskutiert.
Informationen zum Tagesgeschehen bekommen Sie bei Finanzsender wie n-tv, Bloomberg oder N24.
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Fundamentaldaten-Analyse
Die Fundamentaldaten-Analyse beschäftigt sich mit den politischen, volkswirtschaftlichen und
unternehmensspezifischen Einflussfaktoren auf die Kursentwicklung eines Wertes.
Da Sie sich als Daytrader normalerweise nicht längerfristig für den Kurs einer Aktie interessieren,
sind Sie nicht auf eine sehr ausgiebige Fundamentaldaten-Analyse angewiesen.
Es reicht zu Wissen, dass ein Wert eine kurze, signifikante Kursänderung erleben könnte.
Sie sind deshalb eher auf aktuellste Informationen angewiesen.
Eine Rolle spielt die Fundamentaldaten-Analyse allerdings bei einer speziellen Daytradingvariante,
dem Newstrading. Mehr dazu erfahren Sie in Teil 4. Varianten des Daytrading.
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Chartanalyse
Die Chartanalyse oder auch technische Analyse ist mit das wichtigste Instrument des Daytraders.
Historische Verläufe von Aktien, Futures etc. lassen sich grafisch darstellen und mit finanzmathematischen
Berechnungen, sog. Indikatoren, auswerten, um einen Trend für die Zukunft feststellen und nutzen zu können.
Umfangreiche Chart-Analysetools und Profi-Charts, mit denen Sie Kauf- und Verkaufssignale ermitteln können,
erhalten Sie von professionellen Datenlieferanten.
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